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Aktuelles
Von der versorgten zur sorgenden Pfarrgemeinde
Am Sonntag, 11. Februar 2018 trafen sich im Anschluss an den Gottesdienst ca. 20 Personen im Seminarort «bernhard» zur offenen Diskussionsrunde. Bereits im vorausgegangenen Gottesdienst hat Diakon Edy Imhof in der Lesung (Apg 2, 42-47) und der folgenden Predigt Bezug genommen auf die oben genannte Thematik. In der Lesung wurde das Leben der Urgemeinde von Jerusalem geschildert. Gleich zu Beginn wird gesagt, was die Gemeinde zusammenhielt: die Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, das Brotbrechen und die Gebete. Durch die freudige und hochherzige Gemeinschaft aller übte die kleine Gruppe eine starke Anziehungskraft aus.
  • Wo stehen wir heute?
  • Was wollen / brauchen wir in Bezug auf unsern Glauben?
Zu Beginn der Diskussion wurden diese Textinhalte nochmals vorgestellt und auf die heutige Seelsorgesituation im Urserntal übertragen. Dabei stellten sich viele Fragen in Bezug auf die Übergangszeit von gut einem bis anderthalb Jahren, bis wieder ein Priester definitiv ins Pfarrhaus Andermatt einziehen wird. (Bis Ende Jahr 2018 sind sämtliche Gottesdienste geplant; von April bis Mitte August wird ein Priester im Pfarrhaus wohnen und somit die priesterlichen Dienste wahrnehmen).

Diskutiert wurden auch folgende Seelsorgethemen:
  • Gottesdienstbesuch während der Wochentage: Realp: 1-3 Personen / Hospental 1-3 Personen im Winter, 6-7 im Sommer (St. Karli) Andermatt 8-10 Personen / und an den Wochenenden.
  • Hausbesuche und Krankenkommunion.
  • Bedeutung der Seelsorge unter betagten Mitmenschen.
  • Religiöse Begleitung junger Eltern und Familien. Hinführung der Kinder mit Unterstützung der Eltern (Eltern als die ersten «Katecheten» ihrer Kinder) zu den Sakramenten, insbesondere zu Taufe, Busse, Erstkommunion und Firmung.
  • Ministrantendienst (Unterstützung durch die Eltern).
  • Lebendige Gottesdienstgestaltung, Musik (Organist) Gesang (Chor).
  • Unterstützung und Begleitung des KIGO-Teams.
  • Nach Möglichkeit Gründung eines regionalen Pfarreirates.
Es soll aber nicht bei diesen aufgeworfenen Fragen bleiben, sondern die Thematik wird nun an den Kirchenrat Andermatt delegiert, damit die Kirchenräte der drei Pfarreien nach einer konkreten Lösung zusammen mit allen Katholiken des Tales suchen.
Den anwesenden Pfarreimitgliedern an der Diskussionsrunde wie auch den Kirchenräten des Tales danke ich diesbezüglich recht herzlich für ihr Engagement. Allen Mitchristen wünsche ich: Möge der Heilige Geist Begeisterung, Mut, Offenheit und Phantasie schenken für ein christliches Zeugnis für eine «lebendige Kirche für den Menschen von heute!»

Edy Imhof Diakon, Pfarreibeauftragter

Eine Geschichte zum Schmunzeln
Vom Spitalpfarrer Müller ist die mittelalterlich grausliche Geschichte überliefert von den Andermattern, die keinen Pfarrer mehr hatten:

Es sei um die Weihnachtszeit gewesen, als die Feinde in grosser Zahl wohlbewaffnet die Oberalp überschritten und schon ob dem Dorf erschienen. Der Pfarrer habe sie informiert, dass keiner im Dorfe weilen würde.
Nur ein altes Muetterli war zu Hause geblieben und erblickte den Feind, dessen Absicht sie sogleich erriet. Sie eilte zur verschlossenen Kirche am Fusse des Kilchberges, verschlossen vom verräterischen Pfarrer. Sie schlug die Fenster ein und schrie, so laut sie konnte: «D’ Valzau-ser cheemet, d'Valzauser cheemet!« Die Männer zerschlugen wütend die Kirchenstühle, brauchten die Trümmer als Knüttel und rückten dem hinterlistigen Feind mit Knütteln, Sensen und Gabeln entgegen und besiegten und schlugen ihn so gründlich, dass aus seinen Reihen nur noch zwei Mann am Leben blieben. Den verräterischen Pfarrer aber verjagten sie ......

Ja, da hatten die Menschen des Urscheren Tales keinen Hirten mehr.

Soweit die Sage – lassen wir sie als Märchen weiter klingen:

Wie in der Geschichte von Elias oder Abraham erging der Ruf des Herrn – und wie durch ein Wunder versammelten sich vor der Talkirche:
Ein Zugpferd
Ein Animator
Eine Kerzenanzünderin
Ein Dorfspatz
Eine Gluggere
Ein Wegweiser
Ein Trompeter und
Eine Buurefrau

Die hockten zusammen und suchten eine Lösung. Und nach der 3. Sitzung waren sie zu Zehnt:

Der liebe Gott hatte einen mitgebracht und stellte ihn vor... «Aber das ist doch...», riefen die Acht.
«Ja», unterbrach der liebe Gott, «ihr nennt ihn den Narren –- aber sein Name ist Prophet»

Bereits am andern Sonntag war die Kirche ein Viertel voll, neugierig auf die verheissene «neue Musik»
Beim Eingang verteilte der Narr die Instrumente, der Trompeter blies die Soli und der Animator brachte es fertig, dass der Raum bebte. Recht ordentlich schön -  aber es klang gewaltig! Und als man die Kirchen-Pforten öffnete, und der Wegweiser sie zur Dorfbrücke führte, sperrten die Menschen die Augen und Mäuler weit auf,...

Der Gwunder war ansteckend und - Lob sei dem Dorfspatz – die Kirche das nächste Mal halb voll. Der Kerzenanzünder faltete vor Freude die Hände, und am Eingang verteilte der Animator die Machmit-Ballone...

Die Gluggere-Kinder-Gruppe hatte am meisten Zulauf
Beim Zugpferd standen die starken Männer, die zu jedem künftigen Anlass die Schwachen und Alten und Gebrechlichen, die Zerbrochenen und Niedergeschlagenen zur Kirche tragen wollten.
Die Animatoren überzeugten die noch Zagenden, und viele entzündeten Kerzen ob des wundersamen Geschehens. Beratungsstelle waren die Wegweiser.
Der Trompeter und die Bauers-Frauen sorgten für Seele und Leib. Kurz, es wurde Gottesdienst gefeiert, und Feuer und Freude erweiterten den Prophetenkreis.

Viele Pfarrstellen-Bewerbungen aus dem ganzen Land und bis aus fernen Kontinenten trafen ein.

Der liebe Gott wählte einen Paradiesgärtner als Seelsorger und sprach ihm Mut und Zuversicht zu: «Tu du das Deine: taufe, bete, segne und pflege meinen Garten mit ihnen-  und trag sie zu mir durch Krankheit und Tod. Fürchte dich nicht, du schaffst es, denn unsere Arbeit wird aufgeteilt sein unter dich und mich und die Menschen des Tales. Die haben gute und starke Gruppen:

Zugpferde
Animatoren
Dorfspatzen
Kerzenanzünderinnen
Gluggere
Wegweiser
Trompeter
Bauers-Frauen und
närrische Propheten

rg